Montag, 21. August 2017

Rezension: "Death Call - Er bringt den Tod" von Chris Carter


Zum Inhalt:
Der achte Fall für die Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia von der UV-Einheit des Los Angeles Police Departments hat es wieder in sich. UV steht für "Ultra Violet" und ist eine Spezialabteilung innerhalb des Raub- und Morddezernats, eine Elite-Einheit für Serienmorde und Tötungsdelikte, die stark im Licht der Öffentlichkeit stehen und zeitaufwendige Ermittlungen und spezielles Fachwissen erfordern. 
Das Buch beginnt mit dem ersten Mord. Tanya Kaitlin erhält einen Videoanruf von ihrer besten Freundin Karen, die gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl sitzt. Eine Stimme sagt ihr, dass sie die Möglichkeit hat, ihre Freundin zu retten. Sie muss nur zwei Fragen richtig beantworten. Als sie scheitert, wird Karen vor ihren Augen brutal ermordet. Damit beginnt das perfide Spiel eines Killers, der seinen Opfern anscheinend in den Sozialen Medien auflauert, sie dort genau studiert und ihre Fehler für sein Spiel nutzt. Für Hunter und Garcia beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn es dauert nicht lange, bis das nächste Opfer gefunden wird...

Meine Meinung:
Wie nicht anders zu erwarten, hat mich auch "Death Call" von Anfang bis Ende gefesselt. 
Chris Carter gelingt es immer wieder, mit überraschenden Wendungen und Wechseln in der Erzählperspektive die Spannung zu steigern. Oft endet ein Kapitel mit einem Cliffhanger und im nächsten geht es dann erst mal mit einer anderen Szene oder Person weiter. 
Die Geschichte ist erschreckend realistisch angesichts der Entwicklungen in den Sozialen Medien in den letzten Jahren und dadurch kommt das Ganze sehr authentisch rüber. 
Der Schreibstil ist gewohnt lebendig und das Grauen bei den Videochatszenen fast greifbar, das Entsetzen der Opfer konnte ich richtig nachfühlen.  

Robert Hunter und Carlos Garcia ergänzen sich wie immer perfekt bei ihrer Arbeit. Und obwohl beide schon Einiges erlebt und gesehen haben, sind sie keine psychisch völlig kaputten Charaktere, die mit ihrem Leben nicht mehr klar kommen. Hunter hat zwar mit einigen Nebenwirkungen seines Jobs zu kämpfen, aber diese sind meiner Ansicht nach glaubwürdig und nachvollziehbar. Auch beherrscht das Privatleben der Ermittler nicht die Geschichte, sondern der Fall steht im Vordergrund. 
Gut gefallen hat mir auch der Erzählteil mit "Mr J", der noch mal ein bisschen mehr Spannung rein bringt. 
Auch die Figur der Tracy war interessant und ich hoffe, es war von ihr kein einmaliger Auftritt. Ich würde Robert Hunter ein bisschen Privatleben gönnen. 

Chris Carter beweist wieder einmal, dass er weiß, wovon er schreibt. Er führt den Leser in weitere Abgründe der menschlichen Seele. Das macht er aber trotzdem mit viel Fingerspitzengefühl, darin liegt einfach sein Können und dadurch werden seine Bücher nicht zu reinem Splatter. Und er zeigt, dass Polizeiarbeit nicht aus ständiger Action besteht, sondern oft mühsame Kleinarbeit und Recherche am Schreibtisch ist. 

Obwohl bereits Teil acht einer Reihe, kann man "Death Call" auch gut einzeln lesen, denn Wichtiges über die Hauptfiguren und Robert Hunters Background erfährt man im Laufe der Geschichte. Aber natürlich verpasst man dann die ebenso spannenden Teile 1 bis 7. *g*

Fazit: Absolut empfehlenswert und wieder ein spannender Thriller aus der Hunter & Garcia-Reihe, der vielleicht auch ein wenig nachdenklich macht im oft sorglosen Umgang mit den Sozialen Medien. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥ 



©Blackfairy71




Dienstag, 15. August 2017

Aktion Gemeinsam Lesen Nr. 1



Diese Aktion habe ich gestern zufällig entdeckt und möchte nun zum ersten Mal auch mitmachen. Ob ich es jeden Dienstag schaffe, kann ich nicht versprechen, aber ich werde es versuchen. 

Es ist ein Projekt von Schlunzen-Bücher und wer möchte, darf mitmachen. Ihr müsst nur vier Fragen beantworten. Die ersten drei sind jede Woche dieselben, die vierte ist dann eine andere.

Los geht's!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich habe heute mit "Death Call  - Er bringt den Tod" von Chris Carter begonnen. Es ist der 8. Band der Hunter & Garcia-Reihe. Ich bin erst auf Seite 20 von 416.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Das Morddezernat I des LAPD war eine Elite-Einheit innerhalb des Raub- und Morddezernats, die sich ausschließlich mit Serienmorden und Tötungsdelikten befasste, welche stark im Licht der Öffentlichkeit standen und zeitaufwendige Ermittlungen sowie spezielles Fachwissen erforderten."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Wie gesagt, bin ich erst auf Seite 20 und kann zum Inhalt noch nicht viel sagen. Aber der Einstieg war schon mal sehr spannend und ich merke, dass ich schon jetzt wieder mitten in der Handlung bin. 

4. Gibt es Rezensionen von dir, bei denen sich deine Meinung mittlerweile verändert hat und die du am liebsten völlig umschreiben würdest? (Frage von Diana)
Vielleicht nicht direkt umschreiben, aber ausführlicher. Es gibt Bücher, die ich vor Jahren gelesen habe und wo ich dann nur in wenigen Sätzen kurz meine Meinung geschrieben habe. Eigentlich kann man das nicht mal Rezension nennen. *g* Aber ein Buch, zu dem meine Meinung heute anders ist, als damals beim Lesen, fällt mir jetzt nicht ein.




"Das Lied der Seherin" von Sandra Lessmann

Irland 1670. Das Land ist tief gespalten. Breandán, der kürzlich von König Charles II. zum Baron von Shanrahan geadelt worden ist, kommt mit seiner Frau Amoret und Jesuitenpater Jeremy Blackshaw auf seinem neuen Besitz an. Von den Pächtern schlägt dem neuen Herrn offenes Misstrauen entgegen, denn die Wunden, die Oliver Cromwells Schreckensherrschaft geschlagen hat, sind noch lange nicht verheilt. Protestantische Adelige herrschen über die katholische Landbevölkerung, deren Alltag vom Glauben an Feen und Kobolde bestimmt wird. Und der Priester vor Ort gibt sich nicht gerade viel Mühe. 
Es dauert nicht lange, da stolpert Breandán auf seinem neuen Besitz über eine Leiche. Wer war der Mann und warum starb er in der Burg Shanrahan? Ein neues Rätsel für den cleveren Jeremy, der nicht eher Ruhe geben wird, bis er auch dieses gelöst hat. 

Zum Ende des letzten Bandes der Reihe (Die Winterprinzessin), überließ König Charles II. dem Iren Breandán als Dank für seine Dienste ein Stück Land in seiner früheren Heimat. Angekommen in Shanrahan, ist er erst einmal leicht geschockt, denn die Burg befindet sich in ziemlich baufälligem Zustand. Und so kommen er und seine Familie sowie Jeremy erst einmal beim Verwalter Prendergast unter, auch wenn dieser ihn nicht gerade überschwänglich empfängt. Später erfährt Breandán auch den Grund dafür.
Aber es gibt auch andere Bewohner im Dorf, die ihnen freundlich gesinnt sind, wie z. B. der Wirt der einzigen Herberge. 
Parallel zu der Handlung in Irland und Jeremys Ermittlungen, gibt es einen zweiten Handlungsstrang, der in London spielt und den königlichen Richter Sir Orlando Trelawney betrifft. Unfreiwillig wird er in einen Entführungsfall verwickelt, dessen Auswirkungen ihn schließlich bis nach Irland zu seinen Freunden führen. Auch der Wundarzt Alan Ridgeway wird in die Sache hineingezogen, so dass wieder alle bekannten Gesichter der Reihe dabei sind. Hinzu kommen auch ein paar neue Charaktere, bei denen ich mich freuen würde, wenn sie im nächsten Teil wieder dabei wären.

Am Ende werden wie immer alle Fäden gekonnt von der Autorin zusammengeführt und historische Fakten und Fiktion ergeben ein stimmiges Bild.
Der Schreibstil ist anschaulich und lebendig und besonders die Beschreibungen der Landschaft lässt das Irland des 17. Jahrhunderts vor dem geistigen Auge aufleben. Auch das Leben zur damaligen Zeit, mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen an das Mystische glaubten, an Feen und Kobolde, das bringt Sandra Lessmann wunderbar rüber. 

Der Titel "Das Lied der Seherin" bezieht sich auf die Banshee, die Todesfee, die sich in der irischen Mythologie immer zeigt, bevor ein Mensch stirbt. Manchmal singt sie ein Lied, manchmal erscheint sie als Krähe.

Ein bisschen schwierig fand ich manchmal die gälischen Namen, aber dadurch ist die Geschichte natürlich auch authentischer, denn zur damaligen Zeit sprachen die Iren eben noch kein Englisch. Und zu Beginn des Buches werden die gälischen Namen genannt und die entsprechende englische Aussprache, das machte das Ganze einfacher, um die Dorfbewohner alle auseinander zu halten. Und auch zum Ende gibt es ein Glossar mit Erklärungen und einem Nachwort der Autorin. 

Fazit: Wieder ein historischer Krimi aus der Reihe, der mich von Beginn an gut unterhalten und begeistert hat, dieses Mal auch mit einem Hauch Mystik, alleine schon durch den Schauplatz Irland. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

Und hier noch mal die chronologische Reihenfolge der Serie:
1. Die Richter des Königs
2. Die Sündentochter
3. Sündenhof
4. Narrenkind
5. Die Winterprinzessin
6. Das Lied der Seherin


©Blackfairy71



Freitag, 11. August 2017

Wenn aus einer einfachen Frage eine Diskussion wird


Das habe ich gestern mal wieder bei Facebook erlebt. 
Ich habe bereits im Mai "Death Call" von Chris Carter bei Amazon vorbestellt. Veröffentlicht wird das Buch am 11.08., also heute. Gestern hatte ich bei meiner Bestellung die Info, dass der Versand vorbereitet wird. Lieferdatum ist der 18.08. 
Da ich sowas von Amazon nicht kenne und bisher immer alles pünktlich bekommen habe, was ich vorbestellt habe (manchmal sogar einen Tag früher), habe ich in einer Büchergruppe bei Facebook mal nachgefragt, ob es vielleicht Anderen auch so geht. Und dann ging es los...
Von den ich weiß nicht wie vielen Kommentaren, waren höchstens zwei oder drei Leute dabei, die meine Frage wirklich beantwortet haben.
Alle anderen schrieben, ich sei ja selbst Schuld, wenn ich bei den "Abzockern von Amazon" bestellen würde. Ich sollte doch lieber im Buchladen vor Ort kaufen. Den lokalen Einzelhandel unterstützen usw. 😩  Menno! Das war doch gar nicht das Thema! 
Habe ich dann auch so geschrieben und dann kam, man wolle ja nur mal zum Nachdenken anregen. 
Erst mal kaufe ich meine Bücher nicht nur bei Amazon, sondern tatsächlich auch in Buchläden vor Ort. Aber es gibt eben solche Bücher, die bestelle ich vor, sobald ich sehe, wann sie veröffentlicht werden, weil ich sie dann sofort haben möchte. Und damit ich nach einem halben Jahr das Datum nicht vergesse.
Zweitens ist unser Buchladen recht klein, ebenso die Auswahl der Bücher. Klar, ich könnte auch dort bestellen, aber dann muss ich es ja trotzdem noch dort abholen. Und so kommt das Buch eben direkt zu mir nach Hause. Oder ins Büro.
Und drittens möchte ich immer noch gerne selbst entscheiden, wo ich meine Bücher kaufe und mir das nicht vorschreiben lassen. Ich glaube, aus dem Alter der Bevormundung bin ich raus.

So, Luft gemacht, alles gut. 😏

Übrigens steht jetzt bei Amazon, dass das Buch heute versendet wird. 

Morgen werde ich mal auf einem Büchermarkt stöbern. Da gibt es dann gebrauchte Bücher. Ich denke, das ist in Ordnung, oder? *grübel*

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende. 




Montag, 7. August 2017

"Shutter Man - Der Tod kennt dein Gesicht" von Richard Montanari

Klappentext:
Seit Generationen sind die Farrens eine der gefürchtetsten Familien Philadelphias. Schutzgelderpressung, Einbruch, Schießereien, Mord - die Liste der Verbrechen ist lang und zieht sich durch Jahrzehnte. Als Detective Byrne in einer Mordserie ermittelt, führt die Spur wieder zu den Farrens. Und zurück in seine eigene Vergangenheit. Bereits damals wurde ein Farren mit einem Mord in Zusammenhang gebracht, der niemals aufgeklärt wurde. Können Byrne und Balzano heute für Gerechtigkeit sorgen?

Das Buch beginnt damit, dass eine Familie in ihrem Haus überfallen und ermordet wird. Und es bleibt nicht bei dem einen Mord. Detective Kevin Byrne vom Philadelphia Police Department übernimmt die Ermittlungen. Dabei stößt er auf den Namen Farren, ein Familienname, den er noch aus seiner Vergangenheit kennt. Aufgewachsen in Devil's Pocket, hat er die Farrens als eine der gefährlichsten Familien in seinem Viertel in Erinnerung. Und das hat sich bis heute nicht geändert.
In Rückblenden erfährt der Leser einiges aus Kevins Jugendzeit und was damals passierte. Hängt die Mordserie von heute mit einem ungeklärten Mordfall aus den Siebziger Jahren zusammen? Und wie wie könnte sich der Verlauf der Ermittlungen auf Byrnes heutiges Leben auswirken? Seine ehemalige Partnerin Jessica Balzano, jetzt für die Staatsanwaltschaft tätig, bearbeitet eine Anklage gegen Daniel Farren und arbeitet so nun wieder mit Byrne zusammen. 

"Shutter Man" ist inzwischen der 9. Fall für Kevin Byrne und Jessica Balzano. Und ich muss sagen, zwischendurch hatte die Geschichte einige Längen für mich. Ich weiß nicht, ob es unbedingt erforderlich gewesen wäre, so tief in die Vergangenheit der Farrens einzutauchen. Das nimmt dem Ganzen ein bisschen die Spannung. Diese kommt erst gegen Ende so richtig auf, als klar wird, wie alles zusammenhängt und es auch um den Mord an der kleinen Catriona geht. 
Wobei ich es schon interessant fand, von Kevins Jugendzeit in Devil's Pocket zu lesen und etwas mehr über ihn zu erfahren. 
Schade finde ich nach wie vor, dass der Autor Jessica einen neuen Job verpasst hat und sie und Kevin nicht mehr als Partner bei der Polizei arbeiten. Auch wenn sie durch ihren Job bei der Staatsanwaltschaft weiterhin miteinander zu tun haben.

Insgesamt ist die Geschichte schon gut durchdacht und zum Ende werden auch alle losen Fäden zusammengeführt. Auch der Schreibstil des Autors gefällt mir nach wie vor, er ist anschaulich und ich konnte beim Lesen alle Szenen vor mir sehen. Es gibt auch witzige und emotionale Momente. 
Aber wie schon geschrieben, hätte das Ganze spannender sein können. Ich würde "Shutter Man" nicht als Thriller bezeichnen, sondern eher als Krimi.

Lesern der Reihe kann ich das Buch aber trotzdem empfehlen, da es für Kevin Byrne ein sehr persönlicher Fall und damit auf jeden Fall interessant ist. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥  


©Blackfairy71



Mittwoch, 2. August 2017

"Böse Seelen" von Linda Castillo

Kate Burkholder, Polizeichefin von Painters Mill in Ohio, ermittelt dieses Mal Undercover  in einer Amisch-Gemeinde im Staat New York. Dort ist ein fünfzehnjähriges Mädchen im Wald erfroren aufgefunden worden und es sieht nach Mord aus. Der zuständige Sheriff kommt nicht weiter, denn die eingeschworene Gemeinde mauert und ist nicht bereit der "Englischen Polizei" zu helfen. Aber es kursieren einige Gerüchte, dass dort böse Dinge geschehen.
Als ehemalige Angehörige der Amisch-Gemeinde in Painters Mill scheint Kate perfekt für eine verdeckte Ermittlung und der Sheriff bittet um ihre Hilfe. Also schlüpft Kate in die Rolle einer trauernden Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes eine neue Gemeinde sucht, die streng nach den alten Regeln der "Ordnung" lebt. Ganz auf sich allein gestellt, versucht sie hinter die Geheimnisse der Amischen Gemeinschaft zu kommen. Schon bald hat sie den charismatischen, aber zwielichtigen Bischof Schrock in Verdacht, denn er scheint ein sehr strenges Regiment zu führen und nimmt die Regeln der Amischen Ordnung oft allzu ernst. Aber ihre Vergangenheit hilft ihr, das Vertrauen einiger Frauen der Gemeinde zu gewinnen und nach und nach tun sich immer mehr Abgründe auf. Und schließlich ist auch ihr eigenes Leben in Gefahr...

Dies ist der 8. Fall für Kate Burkholder und er hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten. Der Schauplatz ist dieses Mal nicht Painters Mill, was sicher auch für ein wenig Abwechslung sorgt. Obwohl ich dadurch ihr eigentliches Team bei der Polizei ein wenig vermisst habe. 
Wie immer wird in der Ich-Perspektive von Kate erzählt, was die Bücher persönlicher macht. Man ist hautnah dabei und erlebt mit, wie erstaunt sie selbst darüber ist, dass es ihr relativ leicht fällt wieder in ihr "altes Leben" als Amische hineinzuschlüpfen. Fast ist sie manchmal ein bisschen wehmütig, denn es war ja nicht alles nur schlecht damals. 

Die Spannung wird im Laufe der Geschichte immer mehr aufgebaut, bis es am Ende zum rasanten Showdown kommt. Der Schreibstil ist gewohnt lebendig und es gibt auch witzige und emotionale Momente. Da Kate dieses Mal weit weg von Painters Mill ist, ist Tomasetti nicht unmittelbar dabei und so steht hier der Fall etwas mehr im Vordergrund und nicht so sehr die Beziehung der beiden. Obwohl es hier meiner Meinung nach doch einen entscheidenden Fortschritt gibt.

Fazit: Für Fans der Reihe ist es natürlich ein Muss, auch diesen Teil zu lesen. Ich war jedenfalls nicht enttäuscht und fand "Böse Seelen" bis zum Ende spannend und gut geschrieben. Es ist auf jeden Fall ein sehr persönlicher Fall für Kate Burkholder. 
Wer Kate noch nicht kennt, dem würde ich aber auf jeden Fall empfehlen, zumindest den ersten Teil "Die Zahlen der Toten" vorab zu lesen, da man sie dann besser versteht und nachvollziehen kann, wieso sie damals das "schlichte Leben" hinter sich gelassen hat. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


©Blackfairy71


Dienstag, 1. August 2017

Grüße zum Jahreskreisfest




Heute wird das erste der großen Erntefeste im Jahreskreis gefeiert: Lughnasadh. Die Kelten feierten es zu Ehren des Sonnengottes Lugh und baten ihn so um eine ertragreiche Ernte für den langen Winter. 
Es heißt auch Schnitterfest, da es zum Zeitpunkt des ersten Kornschnitts der diesjährigen Ernte gefeiert wird. 





Montag, 31. Juli 2017

Monatsrückblick Juli

Und schon wieder ein Monat vorbei... 

Was hat der Juli 2017 gebracht? Auf jeden Fall drei neue Bücher. 

1. "Shutter Man" von Richard Montanari
2. "Böse Seelen" von Linda Castillo
3. "Das Lied der Seherin" von Sandra Lessmann


"Böse Seelen" lese ich gerade. Dafür habe ich sogar "Shutter Man" kurzzeitig unterbrochen, denn ich wollte unbedingt den neuen Fall von Kate Burkholder sofort lesen. Ich liebe die Reihe einfach. Mal sehen, ob ich diesen Fall heute beende, viele Seiten habe ich nicht mehr. Das wäre ein schöner Monatsabschluss.

Ansonsten habe ich bisher im Juli fünf Bücher gelesen:

1. "Wildblumensommer" von Kathryn Taylor
2. "Ein Sommer in Irland" von Ricarda Martin
3. "Verwesung" von Simon Beckett
4. "Die Hebamme und das Rätsel von York" von Sam Thomas
5. "Das Orchideenhaus" von Lucinda Riley

Von diesen war "Wildblumensommer" eindeutig das Highlight des Monats. 



Jetzt freue ich mich auf den August. Ich werde auf jeden Fall "Shutter Man" beenden. Und am 11. August kommt der neue Band von Chris Carter: "Death Call". Das ist natürlich auch schon vorbestellt.  😊

Also, auf in den neuen Lesemonat. 





Montag, 24. Juli 2017

Meine erste Blogparade


Zufällig bin ich darauf gestoßen und dachte mir: Da mache ich mal mit. 
Ins Leben gerufen hat diese Blogparade Steffi von Angeltearz liest  
Worum geht es? Nun, in erster Linie um ein besseres Miteinander in der Bloggerwelt und gegenseitigen Respekt. Etwas, das leider in letzter Zeit auch im realen Leben irgendwie verloren geht. Jedenfalls ist das mein Eindruck.
Deswegen finde ich diese Aktion eine gute Idee und beantworte gerne ein paar Fragen.


Thema: Du und dein Blog

1. Wer bist du? Stell dich vor!
Mein Name ist Silke und ich bin 46 Jahre alt. Ich lebe in einer Kleinstadt zwischen Ruhrgebiet und Münsterland zusammen mit meinem Mann und unseren drei Farbrattenjungs Dobby, Casper und Tapsy. Mein größtes Hobby ist das Lesen, das war schon als Kind so. Außerdem schaue ich gerne Filme und Serien und höre viel Musik. Ich liebe die Natur und gehe gerne spazieren. Ein weiteres Hobby ist das Fotografieren, am liebsten auf alten Friedhöfen, Schlössern und Burgen. Ich verreise auch gerne (wer tut das nicht?) und liebe Länder wie England, Irland oder Schottland. Und seit etwa drei Jahren beschäftige ich mich intensiver mit Ahnen- und Familienforschung und konnte schon einiges über meine Vorfahren herausfinden. Wahrscheinlich lese ich deswegen auch gerne Bücher von Kate Morton oder Lucinda Riley, in denen es um alte Familiengeheimnisse geht. 😊

2. Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?
Ich habe insgesamt drei Blogs, von denen ich zwei regelmäßig "füttere". Im November 2010 habe ich meinen ersten Blog angefangen: Blackfairys Welt  Hier schreibe ich eigentlich über alles, das mich interessiert und bewegt. Zunächst hatte ich eine Homepage begonnen, aber das hat mir nicht wirklich gefallen und war auch recht aufwendig. Da habe ich es mal mit einem Blog versucht und bin dabei geblieben. Anfangs habe ich auch hier meine Rezis gepostet. Dann habe ich im Februar 2012 meinen Bücherblog Bücher sind wie Rosen ins Leben gerufen. Hier geht es nun eben um Bücher und alles rund ums Lesen. 
Seit kurzem habe ich einen dritten Blog, auf dem es um meine Ahnen- und Familienforschung geht. Im Grunde ist der mehr für mich, damit ich alles an einem Platz habe und die Übersicht behalte: Reise in die Vergangenheit

3. Weiß dein Umfeld, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht? 
Mein Mann weiß es natürlich. *g* Er liest auch gerne mit. Die Freunde, die auch in Sozialen Medien aktiv sind, wissen es, weil sie dort meine Postings sehen. Ebenso meine Arbeitskollegen. Am meisten freuen sie sich dann, wenn ich wieder Fotos von Ausflügen oder Urlauben poste. Überwiegend habe ich aber Leser, die ich nicht persönlich kenne und die selbst bloggen.

4. Nutzt du Social Media und wie kann man dir folgen?
Ja, ich nutze Facebook, Twitter und Google+. Außerdem bin ich in verschiedenen Bücherforen zu finden, u. a. Lovelybooks.

5. Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen? 
Ich muss sagen, ich selbst habe noch keine negativen Erfahrungen gemacht mit meinen Blogs. Aber ich habe natürlich schon oft davon gelesen, dass andere das erlebt haben. Was gar nicht geht, ist z. B. Reziklau.
Leider ist es ja allgemein im Netz so, dass das der Ton oft rau ist und es an Respekt fehlt. Die vermeintliche Anonymität fördert das natürlich auch noch. Gerade eine Rezension ist ja sehr subjektiv und Geschmäcker sind nun mal verschieden. Wenn ich ein Buch liebe, muss es anderen noch lange nicht gefallen, aber deswegen kann ich die, die anderer Meinung sind, ja nicht niedermachen.
Deswegen würde ich mir einfach weiterhin einen freundlichen Umgangston und etwas mehr Respekt wünschen. 

6. Und was magst du an der Bloggerwelt?
Gerade bei den Bücherblogs mag ich die Vernetzung untereinander und dass man durch die Rezensionen immer wieder neue Buchtipps bekommt. Auch die vielen Aktionen finde ich toll, wenn ich auch aus zeitlichen Gründen nur bei wenigen mitmache. Außerdem lernt man viele Gleichgesinnte kennen, wenn auch nicht persönlich, aber das muss ja auch nicht zwingend sein. Und ich mag das Feedback zu meinen Postings, denn auch wenn ich in erster Linie für mich selbst schreibe, freut es mich natürlich, wenn ich merke, dass auch andere mein Geschreibsel lesen. *g*

7. Liest du auch außerhalb deines eigenen Blogbereiches oder liest du z. B. als Buchblogger nur Buchblogs? 
Ich lese überwiegend Buchblogs. Es gibt aber auch ein paar wenige andere Blogs, z. B. mit tollen Fotos oder Themen wie Rattenhaltung oder Gothic.

8. Vernetzen ist wichtig! Hast du Lieblingsblogs?
Diese findet ihr links auf der Seite unter "Meine Blogliste". 😉

 So, alles beantwortet und es hat gar nicht weh getan. *g* Ich würde mich freuen, wenn auch noch andere Leutchen mitmachen.

Liebe Grüße und kommt gut in die neue Woche.








Sonntag, 23. Juli 2017

"Das Orchideenhaus" von Lucinda Riley

Nach einem schweren Schicksalsschlag kehrt die berühmte Konzertpianistin Julia Forrester nach Norfolk zurück. Hier verbrachte sie in ihrer Kindheit viel Zeit auf Wharton Park, einem 300 Jahre alten Herrenhaus. Ihr inzwischen verstorbene Großvater Bill arbeitete dort als Gärtner und Julia war fasziniert von den Orchideen, die er im Laufe der Jahre züchtete. 
Kit Crawford, der Erbe und neue Besitzer von Wharton Park überreicht Julia ein altes Tagebuch, das bei Renovierungsarbeiten gefunden wurde. Es scheint, dass es Julias Großvater gehörte. Sie zeigt es ihrer Großmutter Elsie. So mit der Vergangenheit konfrontiert, fühlt Elsie sich verpflichtet, ihrer Enkelin endlich ein lange gehütetes Familiengeheimnis zu erzählen - ein Geheimnis, das auch Julias Zukunft grundlegend verändern wird...


Nach "Der Engelsbaum" und "Das Mädchen auf den Klippen" ist dies mein dritter Roman von Lucinda Riley. Und auch "Das Orchideenhaus" hat mich wieder sehr begeistert.
Eine mitreißende, berührende Geschichte mit viel Herz und Tiefgang, ohne dabei kitschig zu werden.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Zu Beginn geht es um Julia Forrester, die anscheinend etwas Schlimmes durchgemacht hat, aber was das ist, wird erst nach und nach klar. Außerdem lernen wir Julias Schwester Alicia sowie Kit Crawford kennen, den Erben von Wharton Park. 
In der Vergangenheit lernen wir durch Erzählungen von Julias Großmutter zunächst Olivia kennen, die 1939 nach Wharton Park kommt und dort auf Harry trifft. Elsie arbeitet im Herrenhaus und freundet sich mit ihr an. Man erfährt, wie die Geschichte von Harry und Olivia mit der von Elsie und Bill verknüpft ist und welchen Einfluss dies auf die nachfolgenden Generationen hat. 
"Das Orchideenhaus" spielt in England, Frankreich und Bangkok. Der Schreibstil der Autorin macht jeden Ort lebendig, ob es die Beschreibungen von Wharton Park und den blühenden Gärten dort ist oder die exotische Kulisse von Thailand und die Mentalität der Menschen dort. 

Nach und nach werden offene Fragen geklärt und am Ende findet alles zu einem schönen und zufriedenstellenden Ende. Ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig, sondern von Beginn an sehr interessant und fesselnd geschrieben. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


©Blackfairy71






Dienstag, 18. Juli 2017

Zum 200. Todestag von Jane Austen


By a Lady. So steht es in Janes Austens erstem 1811 veröffentlichten Roman "Sense and Sensiblity". Kein Name, nur dieses Pseudonym, unter dem sie alle ihre Romane veröffentlichte.
Heute zählt dieser Roman natürlich zu den Klassikern englischer Literatur, ebenso wie "Stolz und Vorurteil" oder "Emma".

Diese Skizze von Jane Austen wurde von ihrer Schwester Cassandra gemalt. 

Als siebtes von acht Kindern wurde Jane 1775 in Hampshire geboren, ihr Vater war Geistlicher.
Bereits mit zwölf Jahren begann sie zu schreiben. Ihre Familie war sehr gebildet und belesen und im Haus gab es eine große Bibliothek. In ihren ersten Werken, die zwischen 1787 und 1793 entstanden, setzt sie sich schon fast satirisch mit den damaligen gesellschaftlichen und literarischen Konventionen auseinander.

Von 1801 bis 1806 lebte Jane Austen mit ihrer Familie in Bath. Man geht aber davon aus, dass sie dort nicht sehr glücklich war, denn aus dieser Zeit sind kaum Veröffentlichungen bekannt. Auch sonst ist wenig aus dieser Zeit ihres Lebens bekannt, da fast alle Briefe aus dieser Zeit verloren gegangen sind oder von ihrer Familie vernichtet wurden. Sehr schade, wie ich finde.
Von Bath zog die Familie nach dem Tod des Vaters nach Southampton. Von 1809 bis 1817 lebte sie dann in Chawton in einem kleinen Landhaus zusammen mit ihrer Mutter, ihrer Schwester Cassandra und einer Freundin, Martha Lloyd. Dort überarbeitete, schrieb und veröffentlichte sie schließlich auch all ihre Romane.
Jane Austen hat, genau wie ihre Schwester, nie geheiratet und lebte als etablierte Schriftstellerin sehr zurückgezogen. Sie starb im Alter von 41 Jahren in Winchester, wo sie sich von einer schweren Krankheit Heilung erhoffte. Heute nimmt man an, es war eine Nebennierenrindeninsuffizienz, von der damals die Ursache noch nicht bekannt war. Wer weiß, welche großen Romane Jane Austen noch geschrieben hätte, wenn man ihr hätte helfen können? Schon sehr traurig.
Das Haus in Chawton ist heute übrigens ein Museum, welches der Autorin gewidmet ist. Und auch in Bath findet man Spuren von ihr.

Beigesetzt wurde Jane Austen am 24. Juli 1817 in der Kathedrale von Winchester.


Auch dieses Bild von Jane Austen hat ihre Schwester Cassandra gemalt. 
Man findet es in der National Portrait Gallery in London. 


Quelle: Wikipedia




Samstag, 15. Juli 2017

"Die Hebamme und das Rätsel von York" von Sam Thomas

York, 1644. In England herrscht Bürgerkrieg und Rebellen belagern die Stadt. Aber Kinder werden trotzdem geboren und so hat die Hebamme Bridget Hodgson trotzdem gut zu tun. Als Witwe eines Kaufmannes und dank ihres Berufes hat sie selbst als Frau einigen Einfluss in der Stadt und diesen muss sie nutzen, als ihre Freundin Esther Cooper im Kerker landet und hingerichtet werden soll. Sie wird beschuldigt, ihren Ehemann vergiftet zu haben. Obwohl alle Beweise gegen sie sprechen, beteuert sie ihre Unschuld. Um sich Zeit zu verschaffen und ihrer Freundin zu helfen, erklärt Bridget Esther kurzerhand für schwanger. So muss die Vollstreckung des Urteils aufgeschoben werden, denn der Tod eines ungeborenen Kindes wäre eine Sünde. Die Ratsherren schäumen vor Wut, denn sie wollen Esther für den "Verrat" an ihrem Herrn brennen sehen. Aber der Befund einer Hebamme darf nicht angezweifelt werden. 
Zusammen mit ihrer Magd Martha macht Bridget sich nun auf die Suche nach dem wahren Mörder von Stephen Cooper und das ist nicht leicht, denn anscheinend hatte er viele Feinde. Ihre Suche führt die Hebamme von den Elendsvierteln bis zu den mächtigsten Familien der Stadt. Und hinzu kommt die ständige Bedrohung des Krieges. Wie lange können die königstreuen Truppen von York den Rebellen vor der Stadt noch standhalten?

"Die Hebamme und das Rätsel von York" ist der erste Teil der historischen Romanreihe um Edelfrau und Hebamme Bridget Hodgson. Auf Deutsch sind bisher vier Teile erschienen. 
Sam Thomas ist Historiker, sein Hauptfach ist die Englische Reformation. Zu dieser Zeit spielt auch die historische Krimireihe. 
Die Geschichte wird in der Ich-Form aus Sicht von Bridget erzählt. Man erfährt, wie sie nach York kam, wieso sie bereits zweifache Witwe ist und welch einflussreiche Position ihr Beruf als Hebamme ihr in der Gesellschaft verschafft. 
Im Vordergrund steht die Aufklärung des Mordes und die Suche nach dem Täter, aber der Leser erfährt auch viel über die damalige Situation in York, die politischen Hintergründe. Interessant ist auch, wie wichtig der Beruf der Hebamme damals war und welchen Einfluss sie hatte, welche Macht. Gleichzeitig wird auch deutlich, wie wenig eine Frau wert war, die nicht "von Stand" oder unverheiratet war. Man merkt auf jeden Fall, dass der Autor weiß, worüber er schreibt. 

Ich gebe zu, zunächst war ich etwas skeptisch. Ein Mann, der in der Ich-Form als Frau schreibt? Aber es funktioniert und der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte hat mich von Anfang an gut unterhalten, es gibt Szenen zum Schmunzeln und auch ein paar emotionale Momente fehlen nicht. Die Sprache ist nicht zu altmodisch, aber auch nicht zu modern. Sam Thomas schreibt anschaulich und lebendig und die genauen Beschreibungen der Straßen und Gassen von York sorgten dafür, dass ich das Gefühl hatte, immer neben Bridget zu laufen. 

Die Figuren wirken authentisch. Bridget ist eine Frau, die auch zur damaligen Zeit dank ihres Standes "ihren Mann steht" und die sich manchmal in Schwierigkeiten bringt, weil sie einfach sagt, was sie denkt. 
Auch Martha mochte ich und das, was sie erleben musste, hat mich ziemlich wütend gemacht. 

Fazit: Ein historischer Krimi, der mich durchweg gut unterhalten hat und durch Wendungen in der Handlung bis zum Ende spannend bleibt. 

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥


©Blackfairy71