Montag, 20. März 2017

Zum Frühlingsanfang


Das heutige Google-Doodle finde ich zu knuffig, das muss ich einfach hier posten zum Frühlingsbeginn. Dabei muss ich an unseren Kasimir denken. *g*







Sonntag, 19. März 2017

"Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten" von Robert C. Marley



London 1893. Der Goldschmied Gordon Wigfield wird tot in seiner Werkstatt aufgefunden, brutal ermordet. Chief Inspector Donald Swanson von Scotland Yard übernimmt den Fall. Und es dauert nicht lange, da wird ein weiterer Toter aufgefunden, ebenfalls aus der Goldschmiedebranche. Wer hatte es auf die Männer abgesehen? Und was hat der berüchtigte Hope-Diamant damit zu tun?
Bei ihren Ermittlungen stoßen Swanson und sein Sergeant auch auf so berühmte Persönlichkeiten wie Oscar Wilde und Arthur Conan Doyle.  Sind sie ebenfalls in die Morde verwickelt?

"Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten" ist der erste Teil der historischen Krimireihe, die im viktorianischen London spielt. Ich hatte bisher nur Gutes davon gehört und muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. 
Von Anfang an wurde ich gut unterhalten, der Schreibstil gefiel mir. Die Sprache ist authentisch, würde ich sagen, nicht zu modern, aber auch nicht zu altmodisch. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und glaubwürdig dargestellt. 
Manchmal musste ich schmunzeln, denn zwischendurch gibt es immer wieder Momente mit dem bekannten englischen Humor. 
Gut gefallen hat mir auch, dass Marley bekannte Figuren in die Story eingebaut hat, die tatsächlich gelebt haben, wie Oscar Wilde oder Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle. 
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Ganz zum Schluss hatte ich zwar einen Verdacht bezüglich des Täters, aber bis dahin tappte ich im Dunkeln. 

Alles in allem ein vielversprechender Auftakt zu einer historischen Krimireihe, die auf jeden Fall weiter verfolgen werde. Teil 2 lautet "Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper". Hierauf wird auch schon im "Hope-Diamant" ein paar Mal kurz eingegangen und ich bin gespannt, wie der Autor das Ganze umgesetzt hat.


Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥




Freitag, 17. März 2017

Welttag des Buches 2017

Nicht mehr lange und es ist wieder soweit: Der Feiertag aller Leseratten, Büchereulen und Buchgesichter ist wieder da:



Wie jedes Jahr gibt es auch dieses Mal sicher wieder viele Aktionen rund um Bücher und das Lesen. Mehr dazu findet ihr auch auf der Website.

Und auch viele Blogger beteiligen sich an einem solchen Tag natürlich. Ich weiß noch nicht, was ich dieses Mal mache. Im letzten Jahr habe ich ja einen ausführlichen Beitrag zu meinem Lieblingsbuch "Dracula" gebracht mit Interviews von einigen Vampirbuch-Autoren. Leider war Bram Stoker nicht dabei. *g*

Auch "Blogger schenken Lesefreude" geht wieder an den Start. Schaut doch mal bei:





Mittwoch, 15. März 2017

"Das Hexenmädchen" von Max Bentow

In Berlin geht anscheinend ein Serienmörder um. Nacheinander werden drei Opfer gefunden, brutal ermordet und zur Schau gestellt. Kommissar Nils Trojan sucht fieberhaft nach dem Täter, um weitere Morde zu verhindern.
Dann verschwinden auch noch zwei Mädchen. Gibt es da einen Zusammenhang? Beide Kinder sprachen vor ihrem Verschwinden von einer Hexe, die sie anscheinend in Angst und Schrecken versetzte. Und beim Anblick der Toten muss Trojan unweigerlich an Hänsel und Gretel denken. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Das Hexenmädchen ist der vierte Teil der Thriller-Reihe um Kommissar Nils Trojan aus Berlin. Der chronisch erschöpfte Polizist kommt auch diesmal nicht zur Ruhe. Seine Panikattacken und Angstzustände machen ihm nach wie vor zu schaffen. Hinzu kommt noch sein schlechtes Gewissen, weil er kaum Zeit für seine Tochter hat, die im Moment bei ihm wohnt. Und auch die Beziehung zu Jana leidet darunter. Keine einfachen Voraussetzungen, um einen Mörder zu jagen. 
Die Geschichte um die Morde ist gut konstruiert, der Schreibstil gewohnt flüssig und durch die häufigen Perspektivwechsel bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Zwischendurch gibt es Andeutungen, die einen anderen Täter vermuten lassen. Die Auflösung hätte ich dann auch nicht so vermutet.

Alles in allem hat mich das Buch wieder gut unterhalten, wie auch schon die Vorgänger. Allerdings war es mir hier manchmal schon etwas zu viel mit Trojans ständiger Übermüdung, seinen Angstzuständen, Panikattacken usw. Ich denke, im echten Leben, wäre ein Polizist wie er schon krankheitsbedingt aus dem Verkehr gezogen worden. Jedenfalls hoffe ich das.
Aber Das Hexenmädchen ist ja "nur" ein Buch. Das ich Thrillerfans auch durchaus empfehlen kann, ohne dass man die ersten drei Teile unbedingt gelesen haben muss.

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ 







Donnerstag, 9. März 2017

Rezensionen schreiben lohnt sich :-)


Ich bin seit einiger Zeit in der Lesejury  des Bastei Lübbe Verlages. In dieser Community kann man seine Bücher inventarisieren und katalogisieren, Rezensionen schreiben und an Leserunden teilnehmen. Und für viele Aktionen bekommt man Bonuspunke, für die man sich dann Prämien aussuchen kann.
Ich hatte nun über 2000 Punkte zusammen und habe diese eingelöst für "Ostseetod" von Eva Almstädt. Freu! Das stand sowieso auf meiner Wunschliste und nun kommt es zu mir. 




Jetzt habe ich zwar nur noch 70 Bonuspunkte, aber egal. Da kommen sicher bald wieder welche dazu. *g*





Samstag, 4. März 2017

"Wer sich in Gefahr begibt" von Ann Granger

Elizabeth Martin kommt im Jahr 1864 nach London, um eine Stelle als Gesellschafterin bei der wohlhabenden Julia Parry anzutreten, der Witwe ihres Patenonkels. Gleich nach ihrer Ankunft auf dem Weg vom Bahnhof sieht Lizzie, wie man im Armenviertel Agar Town eine tote Frau auf einem Karren weg bringt. Hier werden die Häuser abgerissen, um einen neuen Bahnhof zu bauen, ohne Rücksicht auf die Schicksale der Menschen, die hier lebten. 
Angekommen am vornehmen Dorset Place erfährt sie dann, dass ihre Vorgängerin vor einigen Wochen anscheinend spurlos verschwunden ist. Die Umstände sind sehr mysteriös und Lizzies Neugier ist geweckt. Besonders als im Hause von Mrs. Parry Inspector Benjamin Ross von Scotland Yard auftaucht, der den Tod der jungen Frau aus Agar Town untersucht und Fragen nach Lizzies Vorgängerin stellt. Als Lizzie in Ben einen Jungen aus den Kohleminen ihrer Kindheit in Derby wiedererkennt, hilft sie ihm bei den Recherchen und der Suche nach dem Mörder.

Dies ist der erste Teil der historischen Krimireihe von Ann Granger mit Lizzie Martin und Benjamin Ross. Mir hat "Wer sich in Gefahr begibt" gut gefallen. Ganz besonders Lizzie mochte ich gleich, denn für eine junge Frau zu der Zeit ist sie sehr unkonventionell, lässt sich nicht unterkriegen und auch nicht bevormunden. Was ihr das Leben natürlich nicht leichter macht. Und auch ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn macht ihr oft Schwierigkeiten.
Benjamin Ross bleibt sich ebenfalls treu und hat nie vergessen, woher er kommt und wem er seinen Werdegang zu verdanken hat. Auch von der so genannten "besseren Gesellschaft" lässt er sich nicht einschüchtern.
Ann Granger schreibt gewohnt flüssig und anschaulich. Die Schuttberge in Agar Town, die von Kohlenstaub schwarze Luft in Derby, der dichte Nebel in London, das alles wird lebendig in der Geschichte. Auch ein Teil von Sozialkritik schwingt mit, denn anscheinend interessiert es nur Lizzie, was mit ihrer Vorgängerin passiert ist. Auch der Satz von Lizzies Vater: "Vergiss niemals den wahren Preis von Kohle" macht nachdenklich, denn für den Komfort der Reichen mussten Kinder in den Minen arbeiten. 

Insgesamt ist dieser Krimi zwar eher unaufgeregt, aber deswegen keineswegs langweilig. Die Auflösung überraschte mich auch nicht wirklich, aber das fand ich nicht weiter schlimm. Zwischendurch gab es immer wieder neue Entwicklungen und Verdächtige, wodurch die Spannung erhalten blieb.

Ich werde auf jeden Fall die weiteren Teile auch lesen, da ich wissen möchte, wie es mit Lizzie und Ben weitergeht. 

2. Neugier ist ein schneller Tod
3. Ein Mord von bess'rer Qualität
4. Ein guter Blick fürs Böse
5. Die Beichte des Gehenkten
6. Die Tote von Deptford

Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥




Donnerstag, 2. März 2017

Geburtstagswichteln


In Bücherforen gibt es ja neben dem Quatschen über Bücher auch immer wieder nette kleine Aktionen, wie z. B. das Bücherwichteln zum Geburtstag. 

Dieses Mal wurde ich in Ullis Büchercafe von einer anderen Userin beschenkt. 



Diese beiden Seitlinge sind am Dienstag neu bei mir eingezogen und natürlich habe ich mich riesig gefreut.
Außerdem gab es noch "leckeres" Duschgel dazu. 😊

Vielen Dank noch mal, liebe Charlie, für die schönen Sachen. 




Donnerstag, 23. Februar 2017

"Chicagoland Vampires - Teuflische Bisse" von Chloe Neill


Dies ist bereits der neunte Teil der Urban Fantasy Reihe und er hat mir wieder sehr gut gefallen. 
Er knüpft beinahe nahtlos an das Ende des vorherigen Bandes an, in dem Ethan Sullivan, Meistervampir des Hauses Cadogan, verhaftet werden soll, weil er einen Vampir des Greenwich Presidiums getötet hat. Obwohl dieser Harold Monmoth das Haus heimtückisch angegriffen und Ethan in Notwehr gehandelt hat.  
Zusammen mit Merit, Hüterin des Hauses und außerdem seine Verlobte, taucht er unter und versteckt sich außerhalb von Chicago im Haus der Breckenridges, einer Familie von Formwandlern. Dort findet gerade das große Frühlingsfest aller Formwandler statt, weswegen auch Gabriel Keene, Anführer des Zentral-Nordamerika-Rudels mit seinen Leuten dort ist. Auch Mallory, Merits beste Freundin und ihr Freund Catcher, beides Hexenmeister, sind eingeladen. 
Das fröhliche Fest endet allerdings in einem Blutbad, denn die Formwandler werden angegriffen von Wesen, die es eigentlich nicht gibt: Harpyien. Mallory und Catcher sind sich sicher, dass Magie im Spiel ist und irgendjemand diese nutzt, um Übernatürliche anzugreifen. 
Es gibt mehrere Tote und Verletzte und Gabriel bittet Merit und Ethan um Hilfe bei der Suche nach den Tätern. Dabei hat Ethan eigentlich genug Probleme am Hals, denn die Bürgermeisterin von Chicago will an ihm anscheinend ein Exempel statuieren, um die Vampire endgültig als blutrünstige und gefährliche Monster anzuprangern und den Hass in der Öffentlichkeit zu schüren.
Und dann taucht auch noch ein Mitglied des Greenwich Presidiums bei Merit auf und fordert einen Gefallen ein, der ihr ganzes Leben mit Ethan ändern würde. Aber darf sie als Hüterin des Hauses Cadogan wirklich so egoistisch sein und ihr privates Glück über das Wohlergehen der Vampire stellen? Keine leichte Entscheidung...

Es passiert mal wieder jede Menge in Chicago. Die Welt der Übernatürlichen kennt anscheinend keine ruhigen Zeiten. Die Vampire von Haus Cadogan haben wieder alle Hände voll zu tun, allen voran Merit, die ihren Geliebten und Meister beschützen muss. 
Von Anfang an gelang es der Autorin wieder, mich an das Buch zu fesseln. Die Geschichte ist wie immer flüssig und anschaulich erzählt, mit witzigen und emotionalen Momenten und auch die Action kommt nicht zu kurz. 
Es gab ein Wiedersehen mit vielen Protagonisten, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind wie die Vampire von Haus Cadogan, Jonah, Merits Großvater, Jeff, Gabriel und sein Rudel. Auch ein paar neue Charaktere tauchen auf, wie z. B. ein starker und brummiger Formwandler, der aber beim Anblick eines hilflosen Kätzchens dahin schmilzt. *g*
Außerdem wird die Existenz einer weiteren übernatürlichen Spezies bekannt und ich bin gespannt, ob diese in den Folgebänden noch mal auftauchen. 
Gefallen hat mir auch die Weiterentwicklung der Figuren. Merit hat sich inzwischen voll und ganz in ihre Aufgabe als Hüterin eingefügt und steht zu Hundert Prozent hinter der Philosophie des Hauses und ihres Meisters. Auch Mallory weiß ihre Kräfte zu nutzen und versucht alles, sie für das Gute einzusetzen. 

Das Ende verspricht jedenfalls eine spannende Weiterführung der Geschichte und ich freue mich schon darauf zu lesen, wie es mit Ethan, Merit und dem Greenwich Presidium weitergeht.

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥ 









Mittwoch, 22. Februar 2017

Sie werden so schnell groß!


Wie ich festgestellt habe, wird mein kleiner Bücherblog heute schon 5 Jahre alt. Kaum zu glauben, wo ist die Zeit geblieben? 

Am 22. Februar 2012 wurde er "geboren". 😊 Bis dahin hatte ich meine Rezensionen auch auf meinem anderen Blog Blackfairys Welt veröffentlicht. Aber dann sollte etwas Eigenständiges her, bei dem es nur um mein liebstes Hobby ging, die Bücher und das Lesen sowie alles, was damit zusammenhängt.  

Seitdem sind also fünf Jahre vergangen. Eine Statistik, wie viele Bücher ich in der Zeit gelesen habe oder wie viele Rezensionen geschrieben, habe ich jetzt mal nicht erstellt. Aber es waren sicher eine Menge. 
Auf jeden Fall habe ich viele tolle Bücher gelesen, mit ihnen andere Zeiten, Welten, Länder und Städte bereist und auch viele neue Charaktere ins Herz geschlossen. 

114 Follower hat mein Blog inzwischen und darüber freue ich mich natürlich sehr. Vielen Dank euch allen.

Und ich freue mich natürlich, wenn ihr auch weiterhin hier vorbei schaut und den einen oder anderen Kommentar hinterlasst. 

Also dann...auf die nächsten fünf...zig Jahre in der Bloggerwelt! 😊 

In diesem Sinne....





Donnerstag, 16. Februar 2017

"Sturmherz" von Corina Bomann


Alexa Petri erhält die Nachricht, dass ihre Mutter Cornelia nach einem Schlaganfall im Koma liegt. Jemand muss sich um die Vormundschaft kümmern, aber zunächst zögert Alexa, denn sie hat seit Jahren ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter. Als Alexa elf Jahre alt war, ist etwas in der Familie geschehen, das sie bis heute nicht versteht und danach veränderte sich Cornelia. 
Aber irgendjemand muss sich kümmern, denn außer ihrer Tochter hat Cornelia niemanden mehr. Also pendelt Alexa zwischen Berlin, wo sie als Literaturagentin arbeitet und Hamburg, wo ihre Mutter lebt und einen kleinen Buchladen führt, hin und her. In Cornelias Unterlagen findet sie dann einen Brief und plötzlich erscheint ihr ihre Mutter in einem ganz anderen Licht. Als junge Frau war diese anscheinend ein Opfer der verheerenden Sturmflut von Hamburg im Jahr 1962 und Alexa wird klar, wie wenig sie über das frühere Leben ihrer Mutter weiß. Schließlich taucht ein alter Freund Cornelias im Buchladen auf und Alexa sieht die Chance, endlich mehr über ihre Mutter zu erfahren. Dies ist vielleicht die letzte Gelegenheit, ihre Mutter endlich besser zu verstehen und dadurch ihre Verhältnis wieder zu verbessern...

Die Geschichte hat mich sehr mitgerissen und berührt. Und letztlich auch oft an meine eigene Situation erinnert. Manchmal musste ich kurz unterbrechen und durchatmen, bevor ich weiter lesen konnte. 
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil und es gelingt ihr irgendwie, ihren Protagonisten im richtigen Moment die richtigen Worte in den Mund zu legen, ohne dass es kitschig ist.
Das Hamburg der Vergangenheit  und auch der Gegenwart wird lebendig beschrieben. Ich hatte das Gefühl, mit Richard und Cornelia im Rosengarten von "Planten un Blomen" zu sitzen und spürte das eiskalte Wasser sowie ihre Verzweiflung, als die Flut kam und fühlte schließlich die Resignation, als einer den anderen verloren glaubte. 
Zitat: "Das Wasser ist die größte Kraft auf der Welt. Es kann dein Freund oder dein Fein sein, es kann Leben schenken und verschlingen. Manchmal trennt es Menschen, manchmal führt es sie zusammen." ...  "Und du selbst solltest auch wie das Wasser sein. Überall hinfließen, dich niemals aufhalten lassen. Egal, was kommt."
Alexa war mir gleich sympathisch, ich konnte ihre Handlungen und Gedanken sehr gut nachvollziehen. Sie wollte nie etwas anderes, als dass ihre Mutter sie wieder so lieb hat wie früher, vor dem Zeitpunkt, als irgendetwas mit Cornelia geschehen ist. Dafür springt sie über ihren Schatten und wird ihre Betreuerin, um ihr zu zeigen, wie wichtig ihre Mutter ihr trotz allem ist. 
Auch Richard mochte ich, sowohl als jungen Mann wie auch später. Wie kann man auch jemanden nicht mögen, der deutsche Literaturgeschichte studiert und die Welt der Bücher so sehr liebt, dass er sie seiner Jugendliebe nahe bringt und bei ihr ebenfalls die Liebe zu Büchern weckt? ;-) Sogar so sehr, dass sie später einen Buchladen eröffnet. 
Bevor ich die ganze Geschichte kannte, war ich bei Cornelia allerdings ein bisschen zwiegespalten, zumindest was ihre Beschreibung in der späteren Zeit betrifft. Ihr Verhalten ihrem Mann und ihrer Tochter gegenüber fand ich ziemlich unfair, denn beide liebten sie schließlich sehr. Später versöhnte mich Alexas eigenes Verständnis für ihre Mutter dann ein bisschen mit Cornelia.
Ein weiterer "Protagonist" ist die Hamburger Sturmflut, die das Leben vieler Menschen nachhaltig beeinflusste. Nicht nur das von Richard und Cornelia, sondern im Nachhinein auch das ihrer Familien. Und beide fragen sich mehr als einmal "Was wäre gewesen, wenn..."

"Sturmherz" ist mein erstes Buch von Corina Bomann, aber sicher nicht mein letztes. Von Anfang bis Ende hat mich die Geschichte von Richard und Cornelia gefesselt. So viele tragische Verwicklungen, Ereignisse und überraschende Wendungen. Ein breites Spektrum an Emotionen, das von Freude über Trauer, Mitleid und Verständnis bis zu Wut reicht. 

Ich gebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses bewegende Buch, besonders wenn man Familiengeschichten mag, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen.

Übrigens, heute jährt sich die Hamburger Sturmflut zum 55. Mal. 

 Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥ 


©Blackfairy71





Dienstag, 14. Februar 2017

Bücher und Realität


Ich lese ja gerade "Sturmherz" von Corina Bomann und das Buch geht mir teilweise schon recht nah.
Kurz zur Handlung: Alexa Petris Mutter Cornelia liegt nach einem Schlaganfall im Koma. Als der Arzt sie fragt, ob sie als ihre Betreuerin tätig werden will, zögert sie zunächst, denn das Verhältnis zu ihrer Mutter war nicht sehr gut. Aber irgend jemand muss sich kümmern, auch um den Buchladen, den Cornelia führt.
Dann taucht ein Mann aus Cornelias Vergangenheit auf, angeblich ihre Jugendliebe, die sie kannte, bevor sie Alexas Vater heiratete. Und Alexa wird klar, dass sie im Grunde nichts über ihre Mutter weiß, sie eigentlich gar nicht wirklich kennt. 

Ich finde in der Geschichte einige Parallelen zu mir. Meine Mutter ist seit etwa drei Jahren dement. Es fing alles sehr schleichend an und anfangs habe ich mir gedacht: Ach, sie ist ja auch schon über siebzig, da wird man halt ein wenig "tüddelig".  Aber es war leider ernster. Und genau wie Alexas Mutter hatte auch meine nicht wirklich vorgesorgt. Eine Nachbarin sprach mich dann an wegen einer Vorsorgevollmacht, die meine Mutter noch unterzeichnete, als sie geistig noch wesentlich fitter war als heute. So kann ich zumindest jetzt einiges für sie regeln.
Inzwischen lebt meine Mutter in ihrer eigenen kleinen Welt, eine normale Unterhaltung ist so gut wie gar nicht mehr möglich. Ende 2014 musste ich sie in einem Seniorenheim unterbringen und wenn ich sie nun dort besuche und sehe, wie sehr sie abgebaut hat, ist das oft sehr hart. Ich wünsche mir manchmal, dass es wieder besser wird, aber mir ist natürlich klar, dass das nie der Fall sein wird, denn Demenz ist nicht heilbar.
Und genau wie Alexa in "Sturmherz" habe auch ich das Gefühl, dass ich meine Mutter nicht richtig kenne, zumindest den Teil ihrer Vergangenheit, bevor sie meinen Vater heiratete und es später mich gab. Ich würde sie gerne noch so viel fragen. 

Leider gibt es auch niemanden mehr, der mir etwas aus dieser Zeit über sie erzählen kann. Und ich glaube nicht, dass wie im Buch eine alte Jugendliebe plötzlich vor meiner Tür stehen wird und nach meiner Mutter sucht. Das Leben ist eben doch kein Roman...

Aber trotz dieser Parallelen gefällt mir das Buch sehr gut und ihr könnt dann bald hier in einer Rezension meine endgültige Meinung dazu lesen. 

Samstag, 11. Februar 2017

"Das Lied der Störche" von Ulrike Renk

Ostpreußen, 1920. In der Nähe von Graudenz wächst die elfjährige Frederike auf einem Gutshof auf. Ihre verwitwete Mutter ist in dritter Ehe mit Erik von Fennhusen verheiratet und zusammen mit ihren Halbgeschwistern Fritz und Gerta verbringt Frederike, von allen nur Freddy genannt, eine unbeschwerte Kindheit. 
Eines Tages erfährt sie, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist, denn ihr Erbe ist nach dem Krieg verloren gegangen, sie hat keinerlei Mitgift oder Auskommen. Trotzdem ist sie entschlossen, das Beste aus ihrem Leben zu machen und irgendwann selbst einem großen Gutshof vorzustehen. Zusammen mit ihren Geschwistern arbeitet sie in den Ferien zuhause mit, ist sich für keine Tätigkeit zu schade und hat ein großes Herz für die Beschäftigten auf dem Gut und die Tiere. 
Ihre Mutter verspricht ihr, dass sie sich darum kümmern wird, dass Freddy später gut versorgt sein wird und schickt sie auf eine Hauswirtschaftsschule. Als Freddy 1928 zurück nach Hause kommt, trifft sie dort erneut auf den benachbarten Gutsbesitzer Ax von Stieglitz, für den sie schon als kleines Mädchen geschwärmt hat, weil er der einzige war, der sie und ihre Sorgen ernst nahm. Ob Ax der Richtige für sie ist? Denn abgesehen davon, dass er fünfzehn Jahre älter ist, scheint es noch ein anderes Geheimnis in seinem Leben zu geben.
Und dann ist da auch noch die politische Lage, die immer schlechter wird. Wie wird die Zukunft für Ostpreußen sich entwickeln?

Ich durfte dieses wunderbare Buch in einer Leserunde bei den Büchereulen zusammen mit der Autorin Ulrike Renk lesen. Ganz besonders interessiert hat mich die Geschichte, da meine Oma ebenfalls aus den ehemaligen deutschen Gebieten im Osten stammt und beim Lesen von "Das Lied der Störche" wurde mir bewusst, wie wenig ich eigentlich über diese Zeit Deutscher Geschichte ich weiß.
Aber keine Sorge, es geht nicht in erster Linie um Politik. Im Vordergrund steht das Leben der Familie und besonders das von Freddy zur damaligen Zeit auf dem großen Gutshof Fennhusen. Die politische Lage damals wird zwar immer mal wieder erwähnt, ist aber sehr schön in die eigentliche Handlung eingebaut. 
Der Alltag damals wird sehr schön dargestellt, das Miteinander der Gutsfamilie und der "Leute", wie die Angestellten genannt wurden, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel für den Betrieb war. 
Jemand aus der Leserunde sagte, das Buch entschleunigt einen so wunderbar und das kann ich nur so unterschreiben. Es passiert zwar immer wieder etwas, aber es sind mehr alltägliche Dinge und diese werden so anschaulich beschrieben von Ulrike Renk, das ich immer das Gefühl hatte, ich sei selbst auf Fennhusen, würde neben ihr auf ihrem Hengst Lorbass über die Felder reiten oder ihrer Hündin Fortuna bei der Geburt ihrer ersten Welpen beistehen. Die Beschreibung des Gefühls von Zuhause, der Gerüche des Sommers oder der Farben des Herbstes sind so authentisch, ich konnte es genau nachempfinden, wie Freddy sich fühlte.
Auch gibt es immer mal wieder Situationen zum Schmunzeln, besonders wenn die Köchin oder der Stallknecht in ihrem Dialekt "loslejen".  😊

Es ist schon länger her, dass mich ein Buch so berührt hat und ich mich mit einer Protagonistin so verbunden gefühlt habe.  
Ich war richtig traurig, als das Buch so plötzlich zu Ende war. Aber Ulrike Renk hat versprochen, dass es eine Fortsetzung geben wird. 
Das will ich auch sehr hoffen, denn ich muss doch wissen wie es mit "unserem Marjellchen" Freddy weitergeht wird. 

Ich kann "Das Lied der Störche" wirklich wärmstens empfehlen. Es ist eine authentische Geschichte mit viel Herz und Humor, aber ohne Kitsch. 

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥  ....... mit Extrasternchen