"...beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz."
Der Verfasser dieses alten, persischen Sprichwortes ist mir nicht bekannt, aber genau so empfinde ich es. Und das ist ein Grund, warum mir ein E-Book nicht ins Haus kommt. Mir würde das Gefühl beim Halten eines Buches fehlen, das Blättern der Seiten, der Duft des Papiers. Ein E-Book wäre mir viel zu unpersönlich, zu steril, zu...kalt. Ihr findet hier nicht nur Rezensionen, auch viele andere Themen rund um Bücher und das Lesen.

Montag, 25. Juni 2012

Bram Stoker: Dracula

Zum Inhalt:
Der junge Anwalt Jonathan Harker wird von seinem Chef beauftragt, nach Rumänien zu reisen, genauer gesagt in das entlegene Transsilvanien. Um die Erlebnisse festzuhalten, schreibt er Tagebuch.
Am Borgo-Pass soll ihn eine Kutsche abholen und die Einheimischen dort reagieren mit Entsetzen, als sie von seinem Reiseziel hören: das Schloss des Grafen Dracula. Er wird mit Aberglauben konfrontiert, eine alte Frau segnet ihn gegen den Bösen Blick und schenkt ihm ein Kruzifix.
Im Schloss erwartet ihn ein alter Mann, Graf Dracula. Dieser möchte ein Haus in London kaufen, die Carfax Abtei. Das riesige Haus scheint leer und verlassen, aber der Graf ermahnt Jonathan, gewisse Bereiche nicht zu betreten. Dracula bittet ihn ein paar Tage länger zu bleiben, um ihm von England zu erzählen.
Währenddessen wartet Jonathans Verlobte Mina Murray im englischen Whitby auf Nachricht von ihm. Sie verbringt den Sommer bei ihrer Freundin Lucy, die bald heiraten soll. Drei Männer stehen zur Wahl: der Arzt John Seward, der Adelige Arthur Holmwood sowie der Texaner Quincey Morris.
Jonathan Harker erlebt merkwürdige Dinge während seines Aufenthaltes auf Schloss Dracula. Der Graf taucht immer nur nachts auf, er isst und trinkt nie und hat, wie es scheint, auch kein Spiegelbild. Und ständig soll er Briefe nach Hause schreiben, die nicht der Wahrheit entsprechen. Er versucht zu fliehen, scheitert aber.
Durch Tagebucheinträge und Briefe von Mina erfährt der Leser, dass es inzwischen auch in England merkwürdige Ereignisse gibt. Ein Schiff läuft während eines Sturms vor Whitby auf Grund, die gesamte Mannschaft ist tot, nur ein großer Hund springt von Bord. Und Minas Freundin Lucy beginnt plötzlich zu schlafwandeln und scheint immer kränker zu werden. Ihr Verlobter Arthur, für den sie sich entschieden hat, macht sich große Sorgen und Dr. Seward benachrichtigt einen alten Freund aus Studienzeiten: Professor Abraham Van Helsing. Dieser reist nach Whitby und ist äußerst besorgt über Lucys Zustand. Sein Verdacht: Ein Vampir saugt ihr das Blut aus.
Gleichzeitig lernt Mina in London den Grafen Dracula kennen, ohne zu ahnen, dass er hinter all dem steckt und ihren Verlobten auf seinem Schloss gefangen hält. Sie ist fasziniert von dem charismatischen Mann, macht sich aber weiter Sorgen um Jonathan.
Dann kommt ein Brief aus einem Kloster nahe Budapest. Jonathan konnte schließlich dch entkommen und Nonnen haben ihn schwerkrank bei sich aufgenommen und er schickt nach ihr. Erleichtert reist Mina dort hin und noch vor Ort heiraten die beiden. Geschwächt und mit den Nerven am Ende kehrt Jonathan mit seiner Frau eine Weile später zurück nach London. Dort dreht er fast durch, als er glaubt, den Grafen zu sehen, nur dass er plötzlich viel jünger ist.
In der Zwischenzeit ist Lucy am Blutverlust gestorben. Aber sie ist nicht wirklich tot, sondern treibt nachts als Vampirin ihr Unwesen. Van Helsing besteht darauf, dass Arthur ihr einen Pflock durch das Herz treibt, um ihrer Seele Frieden zu schenken.
Zusammen mit dem Wissen des Professors und Jonathans Tagebüchern wird klar, dass Graf Dracula in London sein und der Vampir vernichtet werden muss.
Die Männer haben keine Ahnung, dass Mina in Kontakt mit dem Grafen steht und dabei ist, sich in ihn zu verlieben. Kurz bevor er sie ebenfalls verwandelt, stürmt Van Helsing in das Zimmer und der Vampir zeigt sein wahres Gesicht. Er entkommt, aber durch den Austausch des Blutes ist Mina von nun an mit ihm verbunden.
Es beginnt eine Hetzjagd zurück bis zum Schloss des Grafen in Transsilvanien…

Meine Meinung: 
Sicher wollte Bram Stoker mit seiner Darstellung des Grafen Dracula keinen Sympathieträger schaffen. Trotzdem war der Vampir für mich nie ein Monster, sondern einfach eine tragische Figur. Am besten kommt dies in der Verfilmung von Francis Ford-Coppola herüber, da sie auch am detailgetreusten ist.
Für mich ist dieses Buch ein Meisterwerk, ein absoluter Klassiker der Schauerliteratur. Den Erzählstil und die altmodische Sprache finde ich faszinierend. Die Geschichte besteht aus den Tagebucheinträgen und Briefen von Mina, Jonathan, Lucy und Van Helsing, aus Tonaufnahmen von Dr. Seward sowie Zeitungsartikeln beispielsweise über den Schiffbruch und über eine „geheimnisvolle weiße Frau“. So wird die Handlung aus mehreren Perspektiven erzählt und ist daher sehr vielschichtig.
Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem Vampirbuchfan. Wer ist schon Edward Cullen im Vergleich zu Graf Dracula? Ein weichgespülter Milchbubi. ;-)
Sehr schade, dass Bram Stoker den Erfolg seines Buches nicht mehr erlebt hat, denn zu seinen Lebzeiten, war „Dracula“ ein Ladenhüter. Kaum zu glauben! 

Montag, 18. Juni 2012

Charlaine Harris: Vampir mit Vergangenheit

Ich muss sagen, dieses Buch der Reihe hat mir wieder wesentlich besser gefallen, als das letzte.
Obwohl ich den deutschen Titel nicht verstanden habe. Wer ist damit gemeint? Eric? Bill? Bubba? Keine Ahnung. Wie so oft hätte man einfach den englischen original übersetzen sollen.

Sookie hat jedenfalls wieder einige Probleme mit ihren übernatürlichen Bekannten und Verwandten. Noch immer wohnen ihr Cousin Claude und ihr Großonkel Dermott, beides Elfen, bei ihr und sie weiß nicht so recht, was die davon halten soll. Sind sie wirklich da, um sie zu beschützen oder verfolgen sie eigene Ziele?
Dann erfährt Sookie, dass Sandra Pelt aus dem Gefängnis entlassen wurde und nur ein Ziel verfolgt: Sookie zu töten, da diese vor einem Jahr ihre Schwester Debbie umgebracht hat, da diese es wiederum auf Sookie abgesehen hatte.
Dann wird ein Brandbombenanschlag auf das „Merlotte’s“ verübt, Sams Bar. Die läuft im Moment eh schlecht, da Victor, der Vampir-Regent von Louisiana, einen hippen Laden nicht weit entfernt eröffnet hat und ihm die Gäste abspenstig macht. Auch Erics „Fangtasia“ bekommt die Konkurrenz zu spüren, da Victor ebenfalls ein neuer Nachtclub gehört.
Und auch Pam hat einen guten Grund, den Regenten des Vampirkönigs Felipe zu hassen. Gemeinsam mit Sookie schmieden sie schließlich Pläne zu seiner Vernichtung. Die Auswirkungen werden sicher im nächsten Buch zu lesen sein.

Sookie findet beim Ausräumen der Dachkammer in einem Schreibtisch ein Geheimfach mit einem Brief ihrer Großmutter und erfährt einiges über sie und auch sich selbst. Außerdem einen geheimnisvollen Gegenstand der Elfenwelt, der vielleicht ihr Leben verändern könnte.

Hexe Amelia und ihr Freund Bob tauchen auch wieder auf, um die Schutzzauber um das Haus gegen Sandra Pelt zu verstärken. Dabei erzählt Amelia, sie hätte jetzt endlich einen Zauber gefunden, mit dem sie Sookies geistige Verbindung zu Eric, die durch die Blutsbande entstanden sind, endgültig lösen kann. Aber will Sookie das wirklich? Sie liebt ihn und immerhin weiß Eric so auch, wenn sie in Gefahr ist.

Und schließlich erfährt Sookie auch noch etwas über Eric, was für ihre Zukunft eine große Veränderung bedeuten könnte.
Ich muss sagen, Eric mochte ich diesmal nicht so sehr. Bill dagegen hat bei mir einige Pluspunkte gemacht. Mal sehen, wie es weitergeht.

Alles in allem habe ich es mal wieder genossen, Neues von Sookie zu lesen. Ich mag den Erzählstil von Charlaine Harris sehr, ihren Humor. Und trotz der ganzen übernatürlichen Ereignisse und Geschöpfe in Sookies Leben, führt sie auch noch ein relativ normales Leben. Sie muss arbeiten, einkaufen, Wäsche waschen, eine Babyparty für eine Freundin vorbereiten usw.

Charlaine Harris hat ja angekündigt, dass es höchstens noch zwei oder drei Bücher der Reihe geben wird. Tja, man soll halt aufhören, wenn es am schönsten ist...

Samstag, 16. Juni 2012

Neuzugänge

Letztens habe ich mal wieder meine Wunschliste bei Amazon abgearbeitet und zwei Bücher gefunden, die günstig gebraucht für ein paar Cent angeboten wurden:

"Die Hexenkammer" von Wolf Serno
"Blutige Stille" von Linda Castillo

Da musste ich natürlich zuschlagen. :-)  Also wieder zwei neue auf dem SuB....


Mittwoch, 6. Juni 2012

P. J. Tracy: Sieh mir beim Sterben zu

Im Internet findet man alles. Sogar den Tod. Eine Braut wird ertränkt. Vor der Kamera. Zunächst halten alle den kurzen Film für eine Inszenierung. Doch dann werden Leo Magozzi und Gino Rolseth von der Minnesota Police zu einem Tatort gerufen. Ein Mann ist ertrunken. Er trägt ein Brautkleid. Leo und Gino sind ratlos. Das FBI auch. Sie holen die Monkeewrench-Crew ins Boot. Was Grace Mac Bride und ihre Freunde im Netz entdecken, ist schlimmer als alles, was sie bisher gesehen haben. Denn der Kurzfilm ist nur einer von vielen ....

Das hörte sich eigentlich sehr vielversprechend an, aber ich bin ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht von dem neuen Buch von P. J. Tracy. Ich hatte mich sehr darauf gefreut und es daher sogar dem neuen Sookie-Buch vorgezogen.
Aber...ich weiß nicht recht, was ich davon halten soll. Es war nur mäßig spannend und ich muss zugeben, ich habe die Auflösung nicht wirklich verstanden. Wenn es so ist, wie ich glaube, dass ein Mann aus Rache sich in einem Forum für Psychopathen anmeldet und die dazu bringt, für ihn zu morden, dann finde ich das Ganze doch sehr weit hergeholt und unglaubwürdig. Oder ist die Welt wirklich so krank, dass es so etwas geben kann?


Was mir gefallen hat, waren mal wieder die verbalen Schlagabtausche zwischen Leo Magozzi und Gino Rolseth. Aber die Monkeewrench-Crew kam diesmal etwas zu kurz, bis auf Grace.

Und die Entwicklung zwischen Grace und Leo gefällt mir gar nicht. Wenn das so fortgesetzt wird...ich weiß nicht. Klar, es musste was passieren, aber so?

Ich finde im Laufe der Reihe haben die Bücher immer mehr an Spannung nachgelassen, ist mir schon beim letzten so ergangen. Und Gino wird mir auch ein wenig zu nörgelig...ständig das Gejammer, wie schlecht die Welt ist. Er ist Cop, er sollte das wissen!

Also ich gebe 3 von 5 Sternen.