Dienstag, 11. Juli 2017

"Wildblumensommer" von Kathryn Taylor

Zoe ist achtzehn Jahre alt, als der jährliche Sommerurlaub ihrer Familie in Cornwall mit einer Tragödie endet: Ihr älterer Bruder Chris stürzt von den Klippen in den Tod. War es ein Unfall? Selbstmord? Oder gar Mord? Zoe und ihre Eltern reisen ab, ohne es je zu wissen und die Familie zerbricht daran fast.
Vierzehn Jahre später erhält Zoe die Diagnose, dass sie ein Aneurysma im Gehirn hat und dringend operiert werden muss. Die Ärzte können ihr keine Garantie geben, dass sie danach wieder vollkommen gesund werden wird und Zoe entschließt sich, die letzten Tage zu nutzen und die Wahrheit herauszufinden. Sie will endlich wissen, was damals passiert ist.
Dort trifft sie auch auf ihre Jugendliebe Jack, den sie seit damals nicht wiedergesehen hat und mit dem sie eigentlich nach Kanada hatte auswandern wollen. Kann es noch mal eine Chance für die beiden geben? Zoe schöpft Hoffnung, aber die Schatten der Vergangenheit sind mächtig und bedrohen auch ihre Zukunft.

Also eins ist klar: Ohne ein Päckchen Taschentücher bereit zu legen, sollte man das Buch nicht lesen.  *g*  Zumindest nicht die letzten Kapitel.
Aber fangen wir am Anfang an. Im Prolog erfahren wir von den Ereignissen vor vierzehn Jahren und lernen dann Zoe in der Gegenwart kennen. Ich mochte sie gleich und das Gleiche galt auch für Jack. Er und Zoe stehen im Vordergrund der Geschichte, aber parallel lernen wir auch Jacks Schwester Rose kennen, die mir ebenfalls sehr sympathisch war. Dieser Wechsel in der Erzählperspektive trägt ebenfalls dazu bei, dass die Geschichte interessant bleibt. 
Nach und nach werden die Ereignisse von damals geschildert, man erfährt, wie es danach Jack, Zoe und ihren Familien erging. 

Auch wenn es sich vielleicht so anhört, aber "Wildblumensommer" ist kein kitschiger Liebesroman. Es ist nicht oberflächlich, sondern hat meiner Meinung genau die richtige Tiefe. Natürlich spielen Gefühle eine Rolle, aber durch die sympathischen und authentischen Charaktere kommt die Geschichte sehr glaubwürdig rüber. Es gibt immer wieder Überraschungen und Wendungen, die den Verlauf der Story ändern und das erhält die Spannung. 
Kathryn Taylor schildert die Sommerstimmung in Cornwall sehr anschaulich und lebendig. Ich wäre selbst gerne dort und hätte in dem Strandhaus Urlaub gemacht und Wildblumen an den Klippen gepflückt. 
Ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Kapitel haben genau die richtige Länge. 

Ob am Ende alles gut wird und ob Zoe endlich erfährt, was mit ihrem Bruder passiert ist, wird natürlich nicht verraten. Jedenfalls musste ich die letzten rund 100 Seiten in einem Rutsch lesen, da ich einfach wissen wollte, wie es ausgeht. Und wie gesagt, ganz wichtig waren die Taschentücher. ;-)

Fazit: Ein wunderbarer Sommerroman mit Herz, aber ohne Kitsch, den ich sehr empfehlen kann. Und für Cornwall-Fans sowieso ein Muss.  

Meine Bewertung: ☥ ☥ ☥ ☥ ☥

©Blackfairy71

1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Ich lese das Buch gerade und finde es auch wirklich gut! Kein Kitsch, spannend geschrieben und eine tolle Story!
    Liebe Grüße
    Martina

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